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ASTRONOMISCHE
INFORMATIONEN
© Susanne Weimer |
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Original-Quelle: Pressemitteilung der Nationalen Alarmzentrale (Schweiz)
20. März 2001 Absturz der Raumstation MIR: Termin jetzt definitiv auf 23. März festgelegt
(NAZ) Gemäss neuesten Angaben der ESA soll der Absturz der MIR am Freitag, 23. März um 07:01 MEZ erfolgen. In der Zwischenzeit verliert die MIR weiterhin stark an Höhe. Die tägliche Rate beträgt bereits 3400 Meter. Der erdnächste Punkt befindet sich aktuell bei 218 km über Grund, der erdfernste bei 230 km. Aktuelle Position der MIR Die MIR befindet sich auf einer elliptischen Bahn um die Erde. Dabei beträgt ihr erdnächster Punkt (20. 3. 01) gemäss ESA 218 km, der erdfernste Punkt 230 km. Diese Höhe nimmt täglich um rund 3400 m ab. Für eine Umrundung der Erde braucht die MIR aktuell noch 88,9 Minuten. Absturzzeitpunkt der MIR Die russische Raumfahrtbehörde hat sich heute auf ein "definitives" Absturzszenario festgelegt. Der Absturz erfolgt am Freitag, 23. März 2001 um 07: 01 MEZ. Manöver Zeit [MEZ] Geschwindigkeitsveränderung 1 01:32:47 - 01:53:38 - 8.96 m/s 2 03:01:11 - 03:24:25 - 10.08 m/s 3 06:09:22 - 06:31:38 25 m/s Absturz 07:01 Zum technischen Vorgang. Mit den Manövern 1 + 2 wird die MIR auf eine elliptischere Bahn gezwungen. Diese hat ihren tiefsten Punkt bei 158 km über der Erdoberfläche, jeweils bei 47°S, während der erdfernste immer noch bei 217 km liegt. Beim dritten Manöver wird die MIR wieder beschleunigt und aktiv auf eine Höhe von 82 km über der Erde gebracht, von wo sie dann abstürzt. Der eigentliche Wiedereintritt in die Erdatmosphäre erfolgt um 06:45 h. Der prognostizierte Absturzort liegt unverändert bei 47°S/140°W, rund 4000 Kilometer östlich von Neuseeland und ebensoweit westlich von Chile. Die NAZ geht nach wie vor davon aus, dass die MIR wie vorgesehen im südlichen Pazifik niedergehen wird. Indiz für ein planmässiges de-orbiting, war der gezielte Absturz des Versorgungstransporters Progress M43 am Montag, 5. 2. 01. Dieser Absturz wurde von den Russen als Test angesehen, erfolgte er doch ins gleiche Absturzgebiet in das auch die MIR gelenkt werden soll. Gegenüber den letzten Informationen erfolgen die Steuermanöver in einem noch kürzeren Zeitintervall. Zwischen dem ersten Steuermanöver und dem Absturz liegen nur noch 5 1/2 Stunden. Sollte die MIR völlig ausser Kontrolle geraten, würde sich das Absturzfenster auf die Zeit zwischen dem 26. März und dem 31. März verschieben, dies auf Grund ihrer natürlichen gravitativen Sinkrate. Von der Schweiz aus nicht mehr zu sehen Die Bahn der MIR verläuft zurzeit so, dass sie von der Schweiz aus nicht mehr zu sehen ist. Tätigkeiten der NAZ Die NAZ verfolgt die Bahn der Raumstation MIR seit dem Auftauchen von grösseren Verbindungsproblemen am 26. Dezember 2000 mit grosser Aufmerksamkeit. Über diverse Quellen ist sie bezüglich der Flugbahn der Raumstation informiert. Sie wird gemäss den internationalen Abmachungen von der ESA/ESOC seit dem 19. Januar in unregelmässigen Abständen (lagebezogen) über den aktuellen Stand informiert. Die NAZ hat umgekehrt auch die Möglichkeit bei der ESA/ESOC in Darmstadt aktiv nachzufragen und sich weitergehende Informationen zu beschaffen. Geplante Tätigkeiten der NAZ Die NAZ steht in laufendem Kontakt mit Herrn Dr. Walter Flury von der ESA. Die NAZ wird von der ESA über die Einleitung der Steuermanöver unverzüglich informiert. Die Nationale Alarmzentrale ist über die Alarmnummer das ganze Jahr 24 Stunden am Tag erreichbar. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag steht ein Expertenteam rund um die Uhr im Einsatz. In der übrigen Zeit bis zum bestätigten Absturz ist die Task Force innerhalb von maximal 60 Minuten nach einer Ereignismeldung operativ. Massnahmen bei akuter Gefahr für die Schweiz Sollte tatsächlich für die Schweiz eine reale Gefährdung entstehen, informiert die NAZ unverzüglich die eidgenössischen Behörden gemäss obigem provisorischem Verteiler. Die Kantone werden im Falle von Gefahr über die Meldestellen der Kantonspolizeien orientiert. Präventive Massnahmen können nach Ansicht der NAZ nicht getroffen werden. Aus radiologischer Sicht drängt sich eine Bergung von Trümmerteilen nicht auf, da die MIR über keine nukleare Bordenergie verfügt. Weiter sei darauf hingewiesen, dass sich an Bord der MIR auch keine chemischen oder biologischen Stoffe befinden, die für Mensch und Umwelt eine Gefahr darstellen könnten. An dieser Stelle hält die NAZ nochmals unmissverständlich fest, dass sie keine Massnahmen anordnen wird (Schutzraumbezug, Evakuation, etc.), da genaue Vorhersehbarkeit und tatsächliches Risiko in keinem Verhältnis zu so einer Aktion stehen würden. Risikoabschätzung Bei einem Scheitern der gezielten Steuermanöver der MIR ist grundsätzlich jeder Punkt zwischen 52,6°N und 52,6°S gefährdet. Die Schweiz befindet sich ebenfalls innerhalb dieser Zone und ist daher potentiell gefährdet. Das Risiko, dass bei einem unkontrollierten Absturz die Raumstation auf die Schweiz fällt ist 1:10'000. Sollte die Station tatsächlich auf die Schweiz stürzen ist das persönliche Risiko 1:46 Mio. Dieser vereinfachten Berechnung liegt zu Grunde, dass die Station als Ganzes herunterkommt - was sicher nicht der Fall sein wird - und man daher von einer Aufschlagfläche von 900 m2 ausgeht. Weitere Informationen Die ESA hat ihre nächste Information für den 22. März in Aussicht gestellt. * * * siehe auch:
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Susanne Weimer