ASTRONOMISCHE INFORMATIONEN
© Susanne Weimer
Original-Quelle: JPL News Release


20. März 2001


Neue Software für das Zusammentreffen von Deep Space 1 mit Komet Borelly im September 2001

(JPL) NASA's Raumsonde Deep Space 1 hat, während sie durch das Sonnensystem segelt, eine neue "Ladung" erhalten: die neueste Software für ihre ehrgeizige Begegnung mit Komet Borelly im September.

Nach erfolgreicher Beendung ihrer primären Mission 1999 als Versuchsanlage für wichtige neue Technologien, stimmte die NASA einer riskanten Zusatz-Mission zum Kometen Borelly zu. Dort wird die Raumsonde Schwarz-Weiß-Aufnahmen machen, Infrarot-Bilder zur Untersuchung der Natur der Kometenoberfläche benutzen, die Gase aus dem Kometen messen und identifizieren und die Wechselwirkung zwischen Sonnenwind und dem Kometen messen. Um Bilder vom Kometen aufnehmen zu können, muss Deep Space 1 die Software aufrüsten, um die Sonde von einer Versuchseinrichtung für fortgeschrittene Technologien in einen Chronisten des Kometen Borelly umzuwandeln.

"Die bisherige Software-Version von Deep Space 1, die vor neun Monaten an die Raumsonde übermittelt wurde, hat sich bis jetzt während des überraschend erfolgreichen Flugs durch das Sonnensystem bewährt. Aber jetzt geben wir der Sonde eine neue Aufgabe," sagt Dr. Marc Rayman, der Projekt-Manager. "Und zur Vorbereitung auf diese aufregende und gewagte Komenten-Begegnung bedarf die Software einer Aufrüstung."

Das Team der Raumsonde wird die Software testen, die während der Woche vom 5. März an Deep Space 1 übertragen wurde. Der erste Test erfolgte schon, als die Mannschaft tatsächlich ein Signal erhielt, nachdem der Hauptrechner heruntergefahren und neu gestartet war. Da die Software gut arbeitet, hat die Sonde ein Signal gesendet, die auf ihren guten Zustand hinweist. Nun werden die Ingenieure die Software gründlich prüfen.

"Der Vorgang der Datenübertragung der neuen Software an die Sonde, der Neustart des Bordrechners, die Sicherstellung, dass die Raumsonde mit der neuen Software ordentlich arbeitet und die Wiederherstellung der Sonde in ihre Flugkonfiguration, und dies alles in einer Entfernung von 318 Millionen Kilometern, ist eine vielschichtige und trickreiche Operation," sagt Daniel Eldred, der Missionsmanager von Deep Space 1.

Die Software enthält Fähigkeiten, die benötigt werden, wenn die Raumsonde Borelly erreicht. Die neuen Kommandos enthalten Lektionen, welche Deep Space 1 im Jahr 1999 in seiner Begegnung mit Asteroid Braille über das Verhalten der Raumsonde bei einer nahen Begegnung mit einem Objekt im Sonnensystem gelernt hat.

Die Raumsonde führt eine Einrichtung mit zwei Kameras mit sich, die ein Teil der erfolgreichen neuen Technologien ist. Eine Kamera benutzt einen konventionellen CCD-Detektor, die andere einen technologisch neuen Detektor. Die Versuchskamera war, obwohl sie die anfänglichen Test erfolgreich bestand, nicht dazu ausgerüstet, um mit dem sehr dunklen Ojekt zurechtzukommen, als welches sich Braille herausgestellt hatte. Kleine Körper wie Asteroiden und Kometen sind noch immer ein Rätsel. Da sie so klein und entfernt sind, kann ihre genaue Größe und Gestalt in der Regel nicht von der Erde aus bestimmt werden. Deep Space 1 plant nun, seine CCD-Kamera zur Aufnahme von Photos von Komet Borelly zu nutzen. Das Team wird Kommandos an die neue Software schicken, um den Gebrauch der Test-Kamera zu beenden und die CCD-Kamera zu starten, die ein größeres Bild mit mehr Licht aufnehmen wird.

Im Spätjahr 1999, nach dem erfolgreichen Ende seiner primären Mission, hat Deep Space 1 seinen "Star Tracker" (Nachführung) verloren und die Raumsonde musste neu konfiguriert werden, damit die photographische Kamera zur Ausrichtung mit Hilfe der Sterne benutzt werden konnte. Um nun Bilder von Borelly zu schießen, kann die Kamera nicht gleichzeitig die Raumsonde ausrichten und Bilder des Kometen aufnehmen. Stattdessen muss sich die Raumsonde auf ihre Glasfaser-Gyroskope verlassen, um die Orientierung zu behalten. Aber die Gyros sind selbst nicht genau genug, so dass die Software versuchen muss, die Ungenauigkeiten zu korrigieren. Die neue Software ist darauf ausgerichtet, dass sie der Kamera hilft, während der 15 Minuten der Komentenbeobachtung auf den Kern des Kometen ausgerichtet zu bleiben.

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Deep Space 1 wurde im Oktober 1998 als Teil von NASA's Millenium-Programm gestartet, das JPL für NASA's "Office of Space Science" (Büro für Weltraum-Wissenschaft) durchführt. Deep Space 1 vollendete seine primäre Mission zum Test eines Ionen-Antriebs und von 11 anderen fortgeschrittenen Technologien im September 1999. NASA verlängerte die Mission und bediente sich dabei des Ionen-Antriebs und anderer Systeme, um eine riskante, aber aufregende Begegnung mit dem Komenten im September anzusteuern.

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Übersetzung: © Susanne Weimer

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Susanne Weimer